Warum ich schreibe
Geschichten begleiten mich seit vielen Jahren. Schreiben bedeutet für mich, Erinnerungen festzuhalten, Gedanken zu ordnen und Welten zu erschaffen, die vielleicht nur im Kopf beginnen, aber irgendwann sehr real wirken können.
Mich interessieren dabei nicht nur die Geschichten selbst, sondern auch die Fragen, die in ihnen stecken. Ein Satz, der in einer fernen Zukunft gesprochen wird, kann ebenso für unsere Gegenwart gelten – oder den Blick auf die Vergangenheit verändern. Ich möchte meinen Leserinnen und Lesern keine fertigen Antworten vorgeben. Viel lieber möchte ich Gedanken anstoßen und dazu einladen, Entscheidungen, gesellschaftliche Vorstellungen und vielleicht auch die eigene Sicht auf manche Dinge zu hinterfragen.
Frank Makowski – Autor
Ich wurde 1973 geboren und bin Autor des autobiografischen Buches Daniel, das 2001 im Himmelstürmer Verlag erschienen ist. Darin verarbeite ich einen Teil meiner eigenen Lebensgeschichte. Es geht um Liebe, Verlust, den eigenen Weg und darum, zu sich selbst zu stehen.
Mit Daniel endet meine Arbeit an Geschichten aber nicht. Über die Jahre entstanden weitere Romanprojekte, darunter Ein leerer Kopf und ein neues Leben und Zu spät gelebt. Die Geschichten und Figuren sind unterschiedlich, doch bestimmte Fragen kehren immer wieder: Was bedeutet Familie? Wie lebt man mit dem, was hinter einem liegt? Was geschieht nach einem Verlust? Und wie findet ein Mensch einen neuen Platz im Leben?
Mit Dragon Kids entsteht derzeit mein umfangreichstes Projekt. Auf den ersten Blick ist es Science-Fiction: Raumschiffe, fremde Welten, Kriege, Drachen und eine Zukunft, die Jahrhunderte von unserer Gegenwart entfernt liegt. Im Mittelpunkt stehen David Storm und die Dragon Kids – Kinder und Jugendliche, die zu Waffen gemacht wurden und dennoch versuchen, etwas zu bewahren, das ihnen niemand nehmen konnte: ihre Menschlichkeit.
Dragon Kids erzählt deshalb nicht einfach vom Kampf zwischen Gut und Böse. Für mich existiert in einem Menschen nicht ausschließlich das eine oder das andere. Beides kann vorhanden sein. Entscheidend ist, welcher Teil die Oberhand gewinnt – und was oder wer verhindert, dass der andere alles beherrscht.
Unterschiedliche Geschichten – wiederkehrende Fragen
Meine Bücher spielen nicht alle in derselben Welt und gehören nicht alle zum selben Genre. Trotzdem begegnen mir beim Schreiben immer wieder ähnliche Themen: Familie und Wahlfamilie, Verlust und Neubeginn, Zugehörigkeit, Verantwortung, Liebe und die Möglichkeit, nach schwierigen Erfahrungen weiterzuleben.
Mich interessiert dabei weniger, ob eine Familie oder ein Lebensweg einer vorgegebenen Vorstellung entspricht. Entscheidend ist, was Menschen füreinander bedeuten, welche Verantwortung sie übernehmen und ob sie einander Halt geben.
Was eine Geschichte hinterlassen darf
Ich schreibe keine Geschichten mit dem Anspruch, meinen Leserinnen und Lesern vorzuschreiben, was sie darin sehen sollen. Sie dürfen lachen, traurig sein, wütend werden, widersprechen – oder sich selbst an einer Stelle wiederfinden, an der sie es nicht erwartet hätten.
In meinen Geschichten versuche ich immer wieder Gedanken und Sätze zu verankern, die nicht an die Zeit gebunden sind, in der die Handlung spielt. Was in einer fernen Zukunft ausgesprochen wird, kann ebenso für die Gegenwart gelten oder eine neue Sicht auf Vergangenes eröffnen. Dabei geht es mir weniger darum, Antworten zu liefern, als Fragen entstehen zu lassen.
Wenn eine Geschichte nach der letzten Seite noch einen Gedanken zurücklässt, über den jemand weiter nachdenkt, dann hat sie für mich mehr erreicht, als nur für einige Stunden zu unterhalten.
Denn eine Geschichte muss nicht jedem gefallen. Aber vielleicht sollte sie etwas hinterlassen.